IT der zwei Geschwindigkeiten

Der technologische Reifegrad: Spagat zwischen Stabilität und Innovation

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Agile neue und weniger neue Technologien, etwa Echtzeit-In-Memory-Plattformen oder Cloud Computing, fordern Hersteller und Anwender. Parallel dazu darf aber die traditionelle IT, deren Rolle als strategischer Berater sowie ihre Ziele nicht vernachlässigt werden. Wo die meisten Unternehmen noch immer der Schuh drückt, wie man es besser und in Zeiten diverser Cyber-Security-Bedrohungen vor allem sicherer machen kann – dafür hat die Redaktion von WeKnowSecurity mit Herr Belfiore von pro4bizz gesprochen.

Stichwort „IT der zwei Geschwindigkeiten“: Wer ist vorbereitet, wer eher nicht und warum?
Herr Belfiore: Tatsächlich schwankt der Reifegrad der IT in deutschen Unternehmen stark, abhängig von der Unternehmensgröße als auch der Branche. Gut aufgestellt ist u. a. die Dienstleistungsbranche, die die Relevanz der IT schon vor langer Zeit erkannt hat. Diesen Unternehmen geht es heute vorrangig darum, wie schnell neue Technologien umgesetzt werden können – die Frage nach dem „ob“ stellt sich hier schon lange nicht mehr. Traditioneller aufgestellte Branchen, wie z. B. das Handwerk, haben oft sehr spezielle Anforderungen, was den Alltag in Zeiten täglich neuer Bedrohungen für die IT-Sicherheit oder digitaler Transformationsprojekte erschwert. Hinzu kommt dann noch der Fachkräftemangel, der insbesondere kleine und mittlere Unternehmen hart trifft.

Welche Hemmnisse warten auf technischer Seite?
Herr Belfiore: Das sind vor allem Altanwendungen, die eine Migration in neue Techniken wie z.B. Memory Databases oder Big Data Analysis erschweren. Neue Unternehmen mit disruptiven Geschäftsmodellen haben es an dieser Stelle natürlich leichter als alteingesessene, in welchen die Bedeutung der IT und ihr Wandlungsprozess erst noch als Priorität in der Geschäftsführung verankert werden muss. Das gilt z.B. für die Produktionsgüterindustrie oder auch die Gesundheitsindustrie, wo sich die hohen regulatorischen Anforderungen des Gesetzgebers immens bemerkbar machen.

Was sind die Konsequenzen?
Herr Belfiore: Neue und bewährte Technologien driften oft auseinander und arbeiten somit aneinander vorbei, was unnötig Zeit und Ressourcen frisst. Daher ist es die dringende Aufgabe der CXO-Ebene, genau dies zu erkennen, den notwendigen Veränderungsprozess zu moderieren und auch dafür zu sorgen, dass in Zukunft alle Systeme agil, stabil und sicher laufen, denn eines ist sicher: eine neue Attacke wie WannaCry kommt, und der ist es egal, ob sie auf schicke neue Anwendungen trifft oder eine zehn Jahre alte IT-Infrastruktur.

Auf dem Prüfstand:

Agile ITTraditionelle IT
Strebt nach GeschwindigkeitStrebt nach Sicherheit und Perfektion

Hat kurzfristige, sich ständig ändernde Anforderungen im Fokus

Hat Fokus auf langfristigen Anforderungen und Zielen

Innovation und PrototypingRisikominimierung und Effizienz

Neue und unkonventionelle Geschäftsmodell

Alltagsgeschäft und -betrieb

Meistens Front-End-AnforderungenMeistens Back-End-Anforderungen

Neue Werte für das Business

Kosten vs. Performance

Prozess- und FeedbackorientiertTool-getrieben mit SLAs und KPIs als Basis

IT wird mehr und mehr zum Management-Thema – und davon profitieren sämtliche Unternehmensbereiche:

IT-Know-how des Managements

Quelle: Studie IT-Trends 2016, Capgemeni

Welche Unterstützung ist maßgeblich für den Erfolg technischer Systeme, die heutzutage am besten immer einen Schritt voraus sein sollten?
Herr Belfiore: Das ist aus meiner Sicht ein Widerspruch in sich. Neue Systeme sind nur dann erfolgreich, wenn sie einen klaren Mehrwert bieten, sorgfältig getestet wurden und in der Einführungsphase ausreichend begleitet werden. Hier spielen die notwendigen Trainingsmaßnahmen eine ganz entscheidende Rolle, denn nach wie vor werden hier die meisten Fehler gemacht. Fakt ist: Die neue Technik bietet dem Unternehmen als Ganzes nur dann Vorteile, wenn die organisatorische Begleitung stimmt. Hier können zusätzlich zum internen Stammpersonal externe Dienstleister unterstützend wirken.

4 Tipps, worauf Unternehmen achten müssen, damit sich neue Technologien, „alte“ IT und Mitarbeiter nicht aus den Augen verlieren (Praxisbeispiel inklusive), lesen Sie hier:

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